Das Filmkunsthaus Babylon
 

 
                       
  Das Kino "Babylon" wurde Ende der 20er Jahre von Hans Poelzig im Stil der Neuen Sachlichkeit entworfen. Es entstand als Teil eines noch heute weitestgehend erhaltenen Ensembles aus Wohn- und Geschäftshäusern, das drei Seiten des damaligen Bülowplatzes, dem heutigen Rosa-Luxemburg-Platz, einfasst und das auf der vierten Seite von dem 1914 errichteten Gebäude der Volksbühne ergänzt wird. Als Stummfilmkino für Vorführungen mit musikalischer Begleitung mit einem Orchestergraben und einer aufwendigen Kino-Orgel ausgerüstet, eröffnete es 1929. Es wurde aber bereits zwei Jahre später, den Entwicklungen auf dem Kinomarkt folgend, zum Tonfilmtheater umgebaut.

Im Krieg nur leicht beschädigt, wurde das Haus im Mai 1948 als Premierenkino für DEFA-Produktionen und Filme des sowjetischen Filmvertriebs <Sovexport> etabliert und entsprechend dem damaligen Standard umgebaut.

Bis in die 60er Jahre, als mit den Lichtspielhäusern <Kosmos> und <International> modernere Kinos entstanden, blieb es das repräsentativste Filmtheater in Ost-Berlin.

Anschließend wurde das "Babylon" zum Programmkino, seit 1981 zusätzlich Spielstätte des Staatlichen Filmarchivs der DDR. Es war das einzige Filmkunsthaus in Ost-Berlin und avancierte so zum Treffpunkt der Cineasten und der alternativen Szene.

Nach der Wende war die Zukunft des Kinos zunächst ungewiß. Durch die ungeklärten Eigentumsverhältnisse drohte das Filmtheater geschlossen zu werden. Eine breite Öffentlichkeit - filminteressierte Zuschauer ebenso wie Filmemacher und Cineasten - setzten sich für den Erhalt des Filmtheaters ein.

1990 gründete sich der <Berliner Filmkunsthaus Babylon e.V.> mit dem Ziel, den inhaltlich anspruchsvollen Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Mit viel Engagement wurde der Status eines kommunalen Kinos erreicht. Damit konnte für das architektonisch wertvolle Haus eine künstlerisch adäquate Nutzung gesichert werden.

Seit dem Sommer 1993 war der 450 Plätze umfassende große Kinosaal wegen eines Risses in der Deckenkonstruktion bautechnisch gesperrt. Nachdem das Haus bereits 1985 als Denkmal anerkannt wurde, konnte das "Babylon" 1997 in das städtebauliche Denkmalprogramm der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Berlin aufgenommen werden. womit die Förderung der Wiederherstellung des Kinodaches und der Wiederbespielbarkeit ermöglicht wurde.Mit Unterstützung des Landesdenkmalamtes wurde die einzige in Deutschland sich an ihrem Originalstandort befindende Kinoorgel restauriert und 1996 mit EU-Förderung das von Hans Poelzig entworfene Vordach des Filmtheaters denkmalgerecht wiederhergestellt. 1994 richtete der Verein ein Cafe' ein, um der Öffentlichkeit einen kleinen gastronomischen Treffpunkt am Rosa-Luxemburg-Platz zur Verfügung zu stellen.

 
                       
               
  Kasse orgel fassade          
                       
 


Kunst und Kultur im Prenzlauer Berg