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| Schönhauser
Allee 123
hier unterhielt die 'Große Berliner Pferde-Eisenbahn-AG' 1894 eine siebenundsiebzig Meter lange Wagenhalle mit Schmiede und Ställen für 320 Pferde, die z.T. mit einem Fahrstuhl ins Obergeschoß transportiert wurden. Später wurden die Ställe zu einem Omnibus-Depot, bevor die Architekten Fritz Wilms und Max Bischoff sie 1924 in den ersten Lichtspielpalast am Prenzlauer Berg umbauten. Der Bau des zweigeschossigen Colosseums stand 1924 am Anfang einer schnellen Folge großer Kinoneubauten. 1930 übernahm die UFA das Haus mit etwa 1350 Sitzplätzen und ließ die bisher tempelartige Fassade neusachlich umbauen. Lichtbänder betonten nun bei Nacht die Konturen des Bauwerkes, während die Fassade jetzt viel Platz für Plakat und Lichtwerbung bot. So leuchteten beispielsweise 1931 der Name des Regisseurs Lupu Pick und der Filmtitel Gassenhauer in großen Lettern in die Nacht. Im zweiten Weltkrieg wurde das Colosseum als Lazarett, nach 1945 bis 1955 behelfsmäßig als städtische Operettenbühne Metropol-Theater genutzt. 1956/57 zum ersten Totalvisionskino der DDR umgebaut und damit für kurze Zeit erstes Premierenkino der DEFA. So feierte Frank Beyers für den Oscar nominierter Film 'Nackt unter Wölfen' hier am 10. April 1963 seine Uraufführung. Doch schon bald übernahmen die Kinoneubauten 'International' und 'Kosmos' an der für Ostberlin zentraler gelegenen Karl-Marx-Allee die Funktion der Premierekinos. Umbauten verringerten die Zahl der Sitzplätze: 1957 auf 819, 1992 auf 536. Seit 1992 betrieb die Sputnik GmbH dieses Kino als Erstaufführungstheater für amerikanische Filme. 1993 erwarb Artur Brauner das Gelände und ließ das Kino zu seinem Multiplex ausbauen. Zunächst von der CinemaxX Gruppe betrieben, heißt das Kino heute UCI Kinowelt Colosseum.
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