| Film Berlin - Jahrgang 45 | |||||||||||
|
DEFA
1966/1990, 91 Minuten
Das Scheitern einer Liebe und Ehe am Prenzlauer Berg. 1966 musste der Defa-Film im Stadium zwischen Roh- und Feinschnitt abgebrochen werden. Die allzu genauen Beobachtungen des Regisseurs, der Schmerz und die Ratlosigkeit der Protagonisten waren politisch nicht opportun. Er hat danach nie wieder einen Film gedreht. 1990 wird wenigstens das Fragment rehabilitiert.
1992 - gleich nach Frank Beyer, dem einzigen Oscar-Preisträger unter den DEFA-Spielfilm-Regisseuren, dem dasselbe im Jahr davor widerfuhr - erhielt Jürgen Böttcher aus der Hand des Bundesinnenministers das Filmband in Gold für sein Lebenswerk: die höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik an Filmleute zu vergeben hat. Mit Rolf Römer, Monika Hildebrand, Paul Eichbaum, Holger Mahlich, Renate Reinecke
Ost-Berlin 1965, Prenzlauer Berg. Al und Lisa sind ein junges Paar. Ihr Zuhause ist eine kleine, nicht gerade komfortable Ein-Zimmer-Wohnung. Nicht nur die bedrückende Enge und die bröckelnden Fassaden der grauen Häuserblöcke machen ihnen zu schaffen, sondern auch ihr Zusammenleben selbst. Sie verletzen sich schnell gegenseitig und spüren dabei doch immer, dass sie sich lieben. Eines aber wissen sie genau: Sie wollen nicht so spießbürgerlich leben wie ihre Eltern. In den Augen der Nachbarn ist Al, der für Motorräder und laute Musik schwärmt, ein Halbstarker. Sein unbekümmertes Selbstbewusstsein lässt er sich auch vom Kaderleiter seines Betriebs nicht kaputtmachen. Bei all ihren privaten Problemen sind Al und Lisa gemeinsam auf der Suche nach sich selbst, nach Freiräumen, die der persönlichen Entfaltung keine Grenzen setzen. Das staatlich vorgezeichnete Leben jedenfalls ist für beide keine Alternative. Doch wohin sie ihre Rebellion führen soll, das wissen sie auch nicht so recht. |
|||||||||||
Kunst und Kultur im Prenzlauer Berg Film in, aus und über Prenzlauer Berg |
|||||||||||